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« Lauschangriff auf die Schwarmzentrale am Dienstag | Main | schwarm 01 - Ein kleiner Zwischenbericht vor der Nachtruhe »

Schwarm 01 in München - Bericht aus der Relais-Station

Diesen Dienstag, 10.11.2009 um 17.58 Uhr erhob sich zum zweiten Mal der Schwarm und flatterte durch Münchens Straßen und Plätze! Der Schwarm kommuniziert, doch wie läuft die Schwarmkommunikation eigentlich ab? Immer wieder fallen Wörter wie Relaisstation oder Schwarmauskunft. Aber was geht da wirklich vor? Wie erlebte die Aeroflot-Crew und ihr Analytiker „The Flying Wrestler“ den schwarm 01, respektive den #schwarm1? Dieses und noch viel mehr im folgenden „Insider-Bericht". Wir freuen uns über jeglichen Vorschlag zur Schwarmoptimierung. 

16:18:11 Uhr (mit Verspätung)
Die Zentrale wird hochgefahren und dichteste WLAN Wellen wabern durch den abgedunkelten Raum. Das Herzstück der Schwarmkommunikation bildet eine dubiose Internetseite in Kombination mit mehreren Twitterchannels. Per Mausklick verbreiteten sich so die neusten Schwarminfos an alle Mitspieler.

Meine wundervolle Kopilotin und ich als ihr Assistent vom Dienst kriegen - wie schon beim ersten Schwarm - diese kribbelige Nervosität vor dem Abheben. Denn wir sind alles andere als ausgebildete Kosmonauten für komplexe Schwarmkommunikation. So fliegt die Angst immer mit, dass Aeroflot schnell zur Aeroschrott werden könnte.

16:58:01 Uhr
Zitterig klicke ich auf „senden“. Der 60 Minuten Countdown mit dem ersten Treffpunkt „Aeroflot Filiale“ beim Brunnen vor dem Tore geht an über 80 Handys in dieser Stadt. Dazu an bergeweise Twitterer. Da check ich lieber dreimal den Text. Haben sich nicht doch falsche Koordinaten eingeschlichen?  

18:05:27 Uhr
Das Schwarmrelais ist ständig mit dem Bodendienst im Schwarm über Headset und Telefonkonferenz verbunden. So kann der Schwarm auf Unvorhergesehenes in Echtzeit reagieren. Die grauen Männer hätten keine Chance - so die These. In der Relaisstation werden nur modernste Technische Gimmiks benutzt. Mein Headset war auch schon bei schwarm 00 im Einsatz und  gewährleistet auch diesmal glasklare Kommunikation:

Headset

Um kurz nach sechs kam dann die freudige Botschaft durch den Äther: Die Buchhandlung Moths in der Rumfordstr. 48 (Danke!!!) quillt über! Wir freuen uns, dass sich so viele Teilnehmer der Generalprobe anschließen. Nur so können sich die Schwarm-Happenings weiterentwickeln. Gespannt verfolge ich übers Headset die abgefahrene Schwarmlesung (diese Stimme...). Während der anschließenden Erklärung des heute zu absolvierenden FREISCHWÄRMERS schicke ich die dazugehörige SMS Nummer raus und es klingelt von allen Seiten in die Stille. Ben muss unterbrechen und lacht ins Mikro...

18:12:45 Uhr
Supergau! Der Twitterchannel funktioniert nicht richtig. Aeroflotpilotin Uli sitzt vor dem @TWTflash Controller und sucht fieberhaft den Fehler:

TWTflash down

Sofort schleicht sich schlechtes Gewissen in unsere Köpfe. Was haben wir versemmeltt? Bitte entschuldigt, die Nachrichten auf @TWTflash erschienen nicht automatisch auf den Smartphones von allen Mitspielern...

Gott sei Dank erhielten wir Unterstützung aus den weiten des Netzes und alle Nachrichten wurden fleißig mit RT versehen, so blieben die Twitterer im Schwarm nicht auf der Strecke. Nächstes Mal wird das besser und es gibt einen optimierten Twitterchannel. Programmierkünstler können sich gerne melden!

Nach der kleinen Schwärmerei unter dem Isartor leitete ich die Schwarmanweisungen zur AMEISENSTRASSE an den S-Bahn-Gleisen weiter. Mich erreichen jubelnde Zurufe aus der Konferenz: Der Schwarm schlängelt sich um wirklich jede Säule und selbst die kleinste Mülltonne! Dann das Rolltreppenjogging. Irgendjemand bremst anscheinend den ersten Anlauf und ich schickte eine spontan SMS hinterher: „Neuer Versuch!“ Wie es wirklich ablief erfuhr ich erst heute, denn der Rest dieser kleinen Aktion verschwand im Gelächter der Telefonkonferenz...

18:36:89 Uhr
Jetzt bin ich wirklich mit meinem Controlpanel verschmolzen. Der Schwarm teilt sich in mehrere Gruppen. Bloß nicht die SMS verwechseln! Doch ich glaube alles geht gut, ein Kreis bildetet sich und auch die V-Formation. Kann nicht fragen wie es den Mitspielern gefällt, muss Telefonkonferenz leiser drehen, denn all mein Hirnschmalz wird durch simultanes SMS-Versenden aufgesaugt. Aber Übung macht den Meister. Beim SPIELART Festival wird es definitv mehr davon geben. Das Ziel: kleinste autarke Schwarm-Units mit 5-10 Mitspielern, in die sich der Schwarm zeitweise aufteilt.

18:47:56 Uhr
Test des Rückkanals. Innerhalb von zwei Minuten trudeln eine Masse SMS in die Relaisstation. Vielen Dank für das ungeheuer große Feedback, fast jeder schickt Vorschläge. Ich erlebe leibhaftig Schwarmintelligenz der allerersten Güteklasse. Extrem hilfreich war auch unser Analytiker, der gleichzeitig die Vorschläge aus den Tiwtterkanälen #schwarm1 filterte. Außerdem streamte er Live-Bilder aus unserer Relaisstation via peoplezapping.com. Mitspieler die via Internet mitschwärmten, konnten uns so über die Schulter gucken. Vielleicht gibt’s ja auch den nächsten Schwarm direkt via Peoplezapping? Frage an die Kappierer unter Euch: Reicht ein Rucksack-Laptop, mobiler Internetnetanschluss und Webcam für ruckelfreie Live-Bilder?

"The flying Wrestler: Die Analytik bin ich!"

Hier ein Auszug der SMS-Vorschläge des Schwarms:

"Lasst uns was zusammen singen!; Alle auf einem Bein stehen und murmelnd bis 13 zählen.; Foyer Müllersches Volksbad im Ameisen-Marsch; Romantisch Steinchen schmeißen in die Isar; Gasteig und Tanzen; Freeze Marienplatz; Lauft einem Passanten nach und ahmt ihn nach; An die Brücke und runterschaun; Dt. Museeum Bodypercussion (was zum Teufel war gemeint?); In die Trambahn und "Alle meine Entchen singen"; In 2er Reihen wie Kindergarten über die Isarbrücke; Pizza Hut. Fragen ob sie Hüte für uns haben; Im Foyer des Deutschen Museums Schwimmbewegungen machen; Im Hof des Dt. Museums in einem großen Kreis "tanzen"; Alle in einer Dominokette aufstellen uns umfallen!; ..."

Per Chaostheorie wird anschließend einer der vielen gute Vorschläge zur Tat umgesetzt und die Leute beginnen den weißen Linien zu folgen. „Welche Linien?“ denke ich mir noch, doch habe keine Zeit nachzufragen.

19:01:02 Uhr

Jetzt ruft die Zentrale einen Mitspieler an. So kommt die Idee zum „Turbinenbellen“ direkt aus dem Schwarm. Vielen Dank an Mitspieler:„alles unverneint“ für die spontane Idee. Durch die Konferenz schallt ein hundertfaches Bellen...

19:08:23 Uhr
Während die SMS für die Nachricht KISSENSCHALCHT raus geht, telefoniere ich auf dem anderen Ohr mit Helfer Basti: „Alles bereit? Kissen vorbereitet? Ok, danke, die Mitspieler sind in 20 Sekunden bei Dir.“ Durch die Telefonkonferenz höre ich den Schwarm jauchzen: Yeah, Kissen! Cool!

Dann ein wenig später Lachen, Freudenschreie, Kissen Geräusche. Jetzt wäre ich auch gern in der Arena am Vater-Rhein-Brunnen! Kissenschlacht nur mithören dürfen macht definitiv neidisch.

19:22:22 Uhr
Die letzte SMS ist über den Äther geflogen und wir schwingen uns auf unsere Aeroflotto-mobile um noch schnell einen Glühwein zu ergattern. Vielen Dank fürs Mitspielen und Eure Geduld bei den ersten Tests des Rückkanals und der Schwarmzerlegung. Wir haben wieder viel gelernt und geben jetzt Richtig Gas für SPIELART. Noch mehr Fragen zur Relaisstation? Ich freue mich auf Kommentare.

Over and out!

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Reader Comments (10)

Geiler Scheiß!!!

November 11, 2009 | Unregistered CommenterWutzelalarm

Jaaaaaaaaaa!

November 12, 2009 | Unregistered Commenterbrendy

mehr davon!

November 12, 2009 | Unregistered CommenterKarin

hier spricht die frau mit dem schwarzen mantel (der jetzt weiß gefedert ist) und der brille!
:-)

es war auch beim zweiten schwärmen wieder super! tolle ideen! ameisenstraße und rolltreppe neben kissenschlacht und turbinenbellen die highlights! schön war auch, daß wir uns bei glühwein am schluß noch ein bißchen unterhalten haben! super projekte!
freue mich aufs nächste mal! fänds toll, wenn man dann wieder etwas öfter die fragenden gesichter der "umwelt" beobachten könnte! (zB. bei "warteschlange" oder "freze").

viele grüße! julia

November 12, 2009 | Unregistered Commenterjulia

PS: großartiges Headset, Roland!

November 12, 2009 | Unregistered Commenterjulia

Hey Julia,

Vielen Dank für dein Grüße, wir werden uns beim nächsten mal definitv wieder in frequentiertere Räume begeben. Mit den neuen Erkenntnissen aus der Generalprobe wird die Kommunikation vielleicht noch ein bisschen ausgefuchster um so die Passanten nachhaltig zu verwirren...

p.s. das Headset wurde vom Frauenhoferinstitut für angewandte Robotik entworfen....

November 12, 2009 | Unregistered CommenterRoland

Hey Robert!

Verwirrung klingt toll!
Ich bin gspannt auf übernächste Woche, den 25.11!
Wir sind sicher wieder dabei!

Ich mußte beim "Frauenhofer-Robotik-Headset" an meine "Frauenhofer-Stirnlampe" denken, eine kleine MagLite in Kombination mit großer Haarspange, die so das Kochen am dunklen Campingplatz erleichterte!! Sah so ähnlich aus, es gibt ein Beweisbild. Ich suche es mal!

Viel Spaß noch in der Zentrale! julia

November 12, 2009 | Unregistered Commenterjulia

Hochinteressant. Bleibt nur noch eine Frage: Kann man den Flying Wrestler für Showkämpfe buchen oder macht der nur virtuelle Bodyslams? Übrigends ganz schickes Interieur für eine Relaisstation.
mfg dr. doom

November 12, 2009 | Unregistered Commenterdr. doom

Euch sagt "Bodypercussion" nix?
Hier ne URL eines Beispiels auf Youtube:
http://www.youtube.com/watch?v=CoCam0Ds59Q&feature=related

Turbine anbellen war aber genau so schön :-)

Viele Grüße
Mariechen

November 13, 2009 | Unregistered CommenterMariechen

Hallo!
Leider habe ich (trotzt Anmeldung und Rück-SMS) während des Schwarms 02 keine Nachrichten von Euch auf mein Handy bekommen. Find ich aber gar nicht schlimm - viel mehr möchte ich Euch meine Anerkennung für Eure sonst beeindruckende Leistung im Handling der gesamten Technik aussprechen!
Was mich allerdings heute auf dem Weg bewegt hat ist die Frage nach dem "WOZU"? Ich habe Eure Webseite studiert und fand die Idee einen Knaller: Menschen auf spielerische Art zu verwirren und damit aus dem Alltag zu kitzeln, zu bezaubern, zu berühren. Einen anderen Menschen "ins Hier-und-Jetzt" und damit ins "Fühlen" zu holen, Begegnungen zu kreieren, wo Menschen sonst nur aneinander vorbei gehn...das ist Kunst - Lebenskunst. Toll!
Doch wo war da heute die Ästhetik, die Poesie, die Magie, das Feingefühl, der bezaubernde Überraschungsmoment...die Liebe?
Ich habe Menschen gesehen, die ganz klar gezeigt haben, dass sie sich vor "uns" (dem Schwarm) verteidigen mussten, die sich in der Not sahen Grenzen, Gesetz und Ordnung zu beschützen, die genervt waren oder aggressiv wurden.
Das war nicht diese Art in-Verbindung-gehen, die ich mir wünsche.
Hier möchte ich nicht mehr mitfliegen.
Wie schade.
Mein Glück war, dass ich mit einem umwerfenden Mann unterwegs war - insofern hatte ich nichts desto trotz Grund zum schwärmen :-)
Ich wünsche Euch für Eure zukünftigen Events und Aktionen nicht nur "viel Erfolg" sondern vor allem auch Erfüllung, denn Ihr habt prinzipiell echt die Kreativität, den Mut und die Kraft Menschen zu bewegen und zu begeistern - das habt ihr schon bewiesen!
Mit Grüßen - von Herzen
Katrin

November 25, 2009 | Unregistered CommenterKatrin

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