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Lehrstuhl für Raumgestaltung
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SPIELART FESTIVAL MOMENT OF STARLINGS DOKUMENTATION
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« Der Raum unter drei Minuten. Ein Nachbericht zum gestrigen Happening. | Main | Spielart Festival - Schwärmen mit den urbanauten am 25.11 & 3.12.2009 »

schwarm 02 - Eindrücke des Abends 

Erste Bilder zum Schwarm - Flugversuche im hellerleuchteten Versteck...

... 150 Rollen Absperrband, 36 Kilometer Freiheit rot-weiß...

... Kreuzung zugeflattert...

... KREUZ UNG QUER...

... nach Absperr-Towuwabohu SLEEP IN im Haus der Kunst...

... es bahnt sich seinen Weg...

... erste Walzerschritte ...

... während an anderer Stelle immer noch fleißig aufgeräumt wurde...

... Zwischennutzung in Blitzgeschwindigkeit... finaler Unterschlupf im P1!

Vielen Dank an alle die dabei waren, und sich einfangen lassen haben von ein wenig Eroberungsschwärmerei. Besonderen Dank gilt allen Helfern, die uns so tapfer unterstützt haben. Danke auch an Spielart und das Kulturreferat. Und den Austausch nach dem Finale, Eure Anregungen, Eure Solidarität für urbanauten im Gewahrsam und die Freude am Irrsinn.

Seid gespannt auf weiteres Doku-Materiel - ab morgen hier auf dem Blog - und den nächsten Schwarm nächste Woche Donnerstag, dem 03. Dezember (schwarm 03 // #schwarm3).

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Reader Comments (10)

Es ist mir ein Anliegen zu berichten, dass mir als Teilnehmer des Schwarm02 die gesamte Aktion überhaupt nicht gefallen hat. Durch den Bericht vom ersten Schwarm (mit Seifenblasen, Freeze-Mob und dem schönsten Geldautomat der Stadt) von der Idee begeistert hatte ich mich angemeldet, und wurde heute sehr enttäuscht.
In meiner Vorstellung geht es in den FlashMob-Aktionen darum, den Alltag, den öffentlichen Raum und die unbeteiligten Gäste des Mobs mit Poesie zu erfüllen und ein Lächeln in die Gesellschaft zu zaubern.
Heute allerdings schien mir genau das Gegenteil der Fall zu sein. Erst die Blockade der Kreuzung Prinzregentenstraße am Haus der Kunst, das war für mich weder Kunst (wovon ich wahrscheinlich eh keine Ahnung habe) noch in irgendeiner Art und Weise anregend und von Poesie natürlich Lichtjahre entfernt. Es war einfach ein öffentliches Ärgernis. Dass bei den ganzen Absperrbändern auch das Schwärmen nicht mehr funktionierte machte es nicht besser. Ich konnte die verärgerten Autofahrer gut verstehen - wo die Grenzen der Freiheit anderer Menschen überschritten werden, hört der Spaß einfach auf.
Der Sleep-In im Haus der Kunst war okay, aber um diese Uhrzeit fast eine Privatvorstellung für die mitgebrachten Kameras.
Genauso: Walzer tanzen wäre eine schöne Idee in der Fußgängerzone gewesen, aber vor der amerikanischen Botschaft?? Und dann noch als "Übersprungshandlung"? Wozu? Um sich willentlich mit den dort stationierten Beamten anzulegen? An der Reaktion des Mobs (nur zwei Mobber wagten den Sprung nach Amerika) glaube ich ablesen zu können, dass viele dies ebenfalls für eine unlustige Schnapsidee hielten.
Dass am Ende noch versucht wurde, das abgekartete und vororganisierte Ende als Flash-Mob-Aktion zu verkaufen ("Ihr kommt nicht am Türsteher vorbei? Versucht es mit dem Passwort...") setzte dem ganzen unerfreulichen Spektakel in meinen Augen ein beschämendes Ende.
So fühlte ich mich danach eher missbraucht als amüsiert und wähnte mich eher auf der Seite der blockierten Autofahrer und bedrängten Wachposten.
Mein Fazit: so will ich lieber nicht flashmobben, denn ich denke, hier wurde heute der sympathische Ruf, der den FlashMobs anhängt, nicht nur verspielt, sondern sogar beschädigt.

November 26, 2009 | Unregistered CommenterDominik

Die Aktion an der Kreuzung am 25.11. hat mir auch nicht gefallen. Mein Verständnis von einem
Schwarm/Flash Mob ist, das es kreativ sein soll, Passanten nicht übermäßig verärgern und die Teilnehmer nicht in Gefahr bringen soll.
Die letzten beiden Punkte wurden am 25.11. bei der Aktion vor dem Haus der Kunst nicht erfüllt.

Bei der 1. Aktion am 3.11. wurde gezeigt, was es für Szenen gibt, die kreativ sind, Irritationen schaffen, aber die Öffentlichkeit nicht übermäßig nerven und keine Teilnehmer gefährden.

Ich hoffe, es wird nächste Woche stressfreier und kreativer!

November 26, 2009 | Unregistered CommenterHarold

Das waren doch nur ca. 5 Minuten.
Diese etwas übertriebene Aufregung kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

Und genervt ist man als Autofahrer in München doch von Natur aus.

November 26, 2009 | Unregistered CommenterLösi

Also ich sehe das auch eher locker. Cool ist doch, dass die Aktionen immer nur 3 Minuten dauern. Die Störung ist also durchaus im grünen Bereich :-)
Außerdem war mein Eindruck, dass die meisten Autofahrer die Sache ziemlich lustig fanden. Man war ja auch nicht wirklich lang gestört. Der Raum war auf jedenfall gut gewählt. Gerade wenn man an das ewige Absperrprovisorium vor dem US-Konsulat denkt ist eigentlich das Thema des Schwarms und der Rückeroberung des öffentlichen Raums hier hervorragend umgesetzt.
Im Schwarm waren viele Mamas und Papas mit Kinder oder auch Vertreter der älteren Semester. Die hatte auch alle Ihre Freude dran.

November 26, 2009 | Unregistered CommenterRamalamadingdong

@Dominik und @Harold

"Rückeroberungen im Raum der Normen"

Danke für Euer Feedback, uns interessiert es sehr wie Ihr den Schwarm erlebt habt. Konstruktive Kritik wie die Eure lässt uns unsere Aktion immer wieder hinterfragen und reflektieren.
Ich muss Euch auf jeden Fall Recht geben wenn die Aktion diesmal nicht poetisch war. Aber wir wollen unsere Aktionen auch nicht strikt mit Flashmobs vergleichen. Ich glaube es gibt keine festgelgten Regeln oder einen festgelgeten Kodex nachdem Flashmobs zu funktionieren haben. Ein paar wenige Ideen wurden von Flashmobcommunitys auf der ganzen Welt tausendfach kopiert, weswegen der Eindruck entsteht, ein Flashmob ist nur dann ein Flashmob wenn immer genau dieselben Aktionen wiederholt werden. Wir wollen mit unseren Happennings soziale Normen in öffentlichen Räumen durch spontane Raumeroberungen hinterfragen. Wir würden gerne Leute dazu anzuregen bewusst über öffentliche Räume nachzudenken, manchmal auch über Provokation...
Leider ist es uns im Vorfeld nicht gelungen diesen zentralen Gedanken präzise genug zu kommunizieren. In der Presse wurde immer wieder ein klassischer Flashmob angekündigt.
Im Gegensatz zu den klassischen Flashmobs (die keine Aussage besitzen) thematisierten wir mit dem Happening den Gedanken der temporären Rückeroberung von Stadträumen.
Außerdem können wir nicht wirklich verstehen warum das Blockieren von Autos für wenige Minuten ein so massiver Eingriff in die Grundrechte des Kraftwagenlenkers darstellt. Die Aggresivität im Münchner Straßenverkehr hat auch etwas Groteskes an sich.

Dies war auf jeden Fall das provokanteste Happening von Moment of Starlings. Am 3. Dezember wird es wieder gesitteter ablaufen.

Servus,
auch ich war Teil des Schwarms und habe gestern Grenzen erfahren - was allerdings keinefalls negativ zu bewerten ist. Alle Aktionen waren wohl überlegt und natürlich gewollt grenzwertig. Grundsätzlich sollten sich aber alle vor Augen führen, dass die Vorbilder der gestrigen Aktion (und der vergangenen) "echte" Schwärme sind. Auch diese erobern Räume und auch hier kann es zu für die Umwelt unangenehmen Nebeneffekten kommen. Man denke da an einen Schwarm Stare im Kirschbaum in der nähe frisch gewaschener Wäsche...
Jeder der gestern dabei war wurde darüber aufgeklärt, dass er 1. eigenverantwortlich handelt und 2. Grenzen erfahren könnte. Niemand wurde also gezwungen. Das die Aktion auf der Kreuzung so kontrovers diskutiert wird, zeigt doch wie unterschiedlich die Empfindungen eines jeden sind. Als misslungenes "Kunsthappening" möchte ich den "Tape-mob" nicht verstehen - eher als Experiment wie und wie weit der Raum erobert werden kann. Und bitte - die Dame, die "eingetaped" wurde war doch auch nur verunsichert. Was sind denn drei Minuten Verunsicherung? Heute freut sie sich, dass sie was zu erzählen hat und "dabei" war.

Was den Polizeieinsatz angeht - war das nicht zu erwarten? Ich hoffe, dass es für die Verantwortlichen keine Konsequenzen gibt. Trotzdem denke ich, dass auch die Jungs der PI11 ihren Spass hatten (die kleinen grauen Männer mit gelber Warnweste hatten nämlich auch Absperrband in der Hand).

Was leider in meinen Augen nicht funktioniert hat, ist das "Schwärmen" an sich. Wie schon an anderer Stelle diskutiert ähnelt es eher einer Art "Schnitzeljagt per SMS" (bitte nicht falsch verstehen - auch das macht Spass!). Alle - mich eingeschlossen - konzentrieren sich zu sehr auf den erwarteten neuen Befehl aus dem Off als sich auf die eintrainierten Prinzipien des Schwärmens.
Eine wirkliche Lösung zur Umsetzung kann ich auch nicht bieten aber vielleicht sollte nicht jeder einen Befehl bekommen sondern nur wenige Personen, die dann die Befehle in kleinen Grüppchen weitergeben. Diesen "Leithammeln" folgen dann wiederum andere wenige "Schwärmer" und zusammen folgen dann alle allen - unter Berücksichtigung der Schwarm-Regeln. Ob und wie das technisch umsetzbar ist - da sind die Urbanauten die Profis... :-)

Ich bin begeistert über diese moderne Art der Kunst im Raum und wenn möglich werde ich auch dem nächsten Event beiwohnen.

in diesem Sinne - ein Schwärmer

November 26, 2009 | Unregistered CommenterderKleineCowboy

"Also ich sehe das auch eher locker. Cool ist doch, dass die Aktionen immer nur 3 Minuten dauern. Die Störung ist also durchaus im grünen Bereich :-) Außerdem war mein Eindruck, dass die meisten Autofahrer die Sache ziemlich lustig fanden."
Ich denke, wie groß der grüne Bereich einer Störung ist, wird individuell von jedem "Gestörten" entschieden - und nicht von uns "Störenden". Weshalb müssen wir überhaupt "stören", frage ich mich. Die Dame, die eingetaped wurde, fand die Aktion offensichtlich nicht lustig. Und ich interpretiere auch das Verhalten der Autofahrer, die über die Grünstreifen und Fußgängerwege ausgewichen sind, als tendenziell eher nicht amüsiert.

Ich finde zudem die Bemerkung, ".. die Dame, die "eingetaped" wurde war doch auch nur verunsichert", und "Heute freut sie sich, dass sie was zu erzählen hat und "dabei" war." absolut anmaßend, wenn nicht sogar zynisch. "Was sind denn drei Minuten Verunsicherung?" - es ist eine Vermutung, dass sie unsicher war. Ich glaube, keiner von uns weiß wirklich, wie sich die Dame gefühlt hat. Wie hätten wir uns denn in ihrer Situation gefühlt? Das Menschenbild, in dem so über die Befindlichkeiten anderer Menschen hinweg gegangen wird, teile ich nicht.
Ich halte es durchaus für angebracht, sich auch einmal in die Situation der "Gestörten" hinein zu versetzen. Zudem wurde die Dame aktiv daran gehindert weiter zu fahren. Man hätte Sie auch passieren lassen können, ohne dass die Aktion dadurch Schaden genommen hätte.
Ich finde es nicht verkehrt, sich über sein Verhalten und dessen mögliche Auswirkungen auf seine Mitmenschen Gedanken zu machen.
Zu einem Schwarm, der die Grenzen anderer Menschen verletzt, möchte ich nicht dazu gehören.
Ich halte es für möglich, dass man öffentliche Räume "erobern" kann, ohne andere Menschen dabei "stören" zu müssen. Bei denen der zugrunde liegende Sinn der Aktion auch verstanden wird, aber vielleicht sogar mit freudiger Begeisterung der zufällig anwesenden, nicht involvierten Menschen.

November 26, 2009 | Unregistered CommenterDominik

Ich habe mich der Dame einmal spielerisch in den Weg gestellt und finde die Erfahrung einfach nur einmalig... ich bin sicher sie hätte mich überfahren wenn ich nicht sofort zur Seite gegangen wäre...

Ist nich die Reaktion der Autofahrer auch ein Schwärmen eine Rückeroberung von anderen Räumen ?

Ich fand das ganze sehr spannend, hoffe aber auch dass das ganze für alle nicht noch ein juristisches Nachspiel hat.

November 26, 2009 | Unregistered CommenterMrX

Zum 1. Kommentar: Ehrlich gesagt fand ich es bei der 2. Aktion - also nach schwarm0 mit Charly Todd - auch etwas verwirrend. Ich dachte Flashmobs dürften doch eigentlich nur aus effektvollen Freeze- und Hosenrunter-Aktionen bestehen. Bis man mir erklärt hat, was der Unterschied zwischen Schwarm und Flashmob ist. Beim Schwarm geht es um Bewegung und Kommunikation v.a. zwischen den einzelnen Stationen, bei denen es dann immer wieder zu typischen Flashmob-Aktionen kommt. Ein Schwarm zeichnet sich also durch Flexibilität und Kommunikationsfähigkeit aus.
Beim Flashmob dagegen geht es um eine Einzel-Aktion (Freeze an einem stark frequentierten Ort, Seifenblasen etc.), die davon motiviert ist, Alltagssituationen zu "brechen" und mit relativ harmlosen Mitteln die Unbeteiligten zu "verstören".
Von daher finde ich, dass die Motivation, einen Schwarm durch die Stadt zu schicken, dem Kunstanspruch viel näher kommt, als ein Flashmob-"Event". Nicht umsonst ist der Schwarm Teil des Spielart Theaterfestivals.
Der Schwarm ist technisch auch viel anspruchsvoller, wie man in dem Video zum letzten schwarm sehen wird (gefilmt in der geheimen Schwarmzentrale und vor Ort).
Freu mich schon aufs nächste Mal. An dieser Stelle Danke an das ganze Team! Hat Spaß gemacht, mit euch zu "werkeln".
(Tolle Bilder übrigens!)

November 27, 2009 | Unregistered CommenterZ852/München852

You've done it once again. Amazing read.

May 31, 2010 | Unregistered CommenterGuy Mcclendon

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