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Lehrstuhl für Raumgestaltung
Akademie der Bildenden Künste
München

 

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« Heute, 10.11., 17.58 Uhr: Schwärmen für Fortgeschrittene (Generalprobe) | Main | Schwarm-Kommunikation heut ab 18.41 Uhr in der Münchner Innenstadt »

SMSmob/ @TWTflash in Müchen - das erste Münchner Schwarmexperiment

Wir freuen uns auf Eure Erfahrungen, Anregungen und Kritik

Hier ein Bericht zum ersten Schwarmexperiment "SMSmob" bzw. "TWTflash" der urbanauten in Münchens Innenstadt im Rahmen des Projekts "Moment of Starlings >>> SMS an 11832" in Kooperation mit dem  Spielart-Theater-Festivals und mit Unterstützung durch die Theaterförderung des Kulturreferats der LH München.

Am Nachmittag vor dem Happening wuchs die Spannung ins unermässliche! Wie viele Leute würden sich anmelden? Doch als wir die endgültige (wohlbehütete) Telefonliste betrachteten staunten wir nicht schlecht: 207 Anmeldungen per SMS! Und weitere 147 über den erst seit Sonntag früh um 5.00 Uhr freigeschalteten Twitterchannel @TWTflash! Es waren also gut 350 Leute da!

Dementsprechend voll war auch das Foyer des Neuen Hauses der Kammerspiele, dem ersten Treffpunkt des Experiments. Hier erklärten Benjamin David von den urbanauten (MUC) und Charlie Todd von Improv Everywhere (NY) die Grundprinzipen der SMS und Twitter Kommunikation mit deren Hilfe der Schwarm seine Aktionen koordinierte. Zwischen den drei Flashmobs bildeten die teilnehmenden Mitspieler immer wieder dichte Gruppen die sich nach den Grundprinzipien des Schwärmens durch den Raum bewegten. Die drei Prinzipien lauten 1. Bewege dich in Richtung des Mittelpunkts derer, die du in deinem Umfeld siehst (Kohäsion). 2. Bewege dich weg, sobald dir jemand zu nahe kommt (Separation). 3. Bewege dich in etwa in dieselbe Richtung wie deine Nachbarn (Alignment).

Wir adaptierten diese Regeln der Schwarmforschung um uns schnell und gewand durch die Stadt bewegen zu können. Falls Autoritäten versuchen sollten, uns aufzuhalten hätten wir uns geteilt um im nächsten Moment an anderer Stelle wieder zusammenzufließen. Soweit die Theorie. Zwar waren die „Autoritäten“ die ganze Zeit mit von der Partie, selbst im Twitter-Kanal @TWTflash waren sie wohl live dabei, wie sich später herausstellte. Die Mitspieler probten diese neue Form in der Fußgängerzone. Sie schwärmten umher und im Kreis, umschwärmten ein Auto, eine Tramhaltestelle oder auch den klassischen Fischbrunnen. Bei der Generalprobe am Dienstag, 10.11.2009 werden die  Schwarmregeln und das Schwämen noch mal intensiv geprobt.

Die erste Aktion nach dem Start in den Kammerspielen war ein „Bubblemob“ in den 5 Höfen. Dazu gab es in den Zeitungskästen vor der Oper Pustefix Seifenblasenröhrchen. Nach dem sich am letzten Nachmittag noch mal richtig viele Leute für das Experiment registriert hatten gingen leider fast ein drittel der Leute leer aus. Wir bitten um Entschuldigung, da waren wir nicht drauf vorbereitet. In den 5 Höfen begannen alle Mitspieler nach der SMS "BUBBLEMOB" tausende Seifenblasen in die Luft zu pusten. Die Gäste in den Fünf Höfen schmunzelnden und runzelten angenehm irritiert ihre Stirn...

Ein schönes Bild dazu und den lesenswerten Bericht „Swarming statt Schlendern“ zur ganzen Aktion von Münchens Kulturschreiberline Jana Edelmann.

Vor der Frauenkirche mit der Ettstraße im Hintergrund erklärte unser New Yorker Gast Charlie Todd gemeinsam mit Anja Junghans von den urbanauten die nächste Aktion. Ein klassischer Freeze im Sperrengeschoss unter dem Marienplatz, Start- und Stoppsignal per SMS oder Twitter. Hier gab es viele richtig kreative Posen zu bestaunen. Die Damen mit der Currywurst waren super (wo habt ihr die so schnell hergeholt?). Die Intention des Flashmobs, die spontanen Verblüffung der Passanten, wurde während des Freeze-Flashmobs für manchen durch die vielen Objektive und Blitzlichter gemindert.

Umso mehr sorgte dafür der letzte Flashmob für ungläubiges Staunen. Die Mitspieler hatten sich kurz zuvor im Foyer des Kulturreferat der LH München in der Burgstraße ein letztes Mal aufgewärmt und dabei noch mal eine kurze Erklärung per Megaphon erhalten. Hier noch mal ein ganz großes Dankeschön an das Kulturreferat und seine Mitarbeiter. Sie gewährten uns nicht nur während des Happenings Unterschlupf in ihrem Foyer sondern haben das gesamte Projekt durch die Theaterförderung der Stadt München erst möglich gemacht! Da dürfen alle Münchner stolz sein auf ein städtisches Referat wie dieses, das eine ganze Menge innovativer Kunstprojekte fördert. 

Anschließend schwärmten wir zu den Bankautomaten in der Sparkassenfiliale im Tal. Dort bildete sich exakt vor einem einzigen Geldautomaten eine "Warteschlange" die bis hinaus auf die Sparkassenstraße und dort um die Ecke reichte. Hier wurden die Mitspieler von verdutzten Passenten angesprochen. Alle Teilnehmer haben sehr kreativ und charmant geantwortetet. So glaubt manch einer vielleicht jetzt wirklich, an diesem Geldautomaten gäbe es immer Dienstags Abends das schönste Geld der Stadt.

Während des Happenings wurde viel getwittert und fleißig Twitpics hochgeladen. Selbst Leute zuhause auf der Couch waren so live dabei (Besten Gruß an @Isarnixe: wir hoffen der Rotwein hat geschmeckt!). Zusammen sind wir so mal schnell auf Platz vier der deutschen Twittercharts gerutscht. 

Die letzte SMS lud ein letztes Mal zum Schwärmen ein um anschließend mit der Rolltreppe hinab zur U-Bahn hinter dem Marienhof zu fahren. Bahnsteigkarten gab es gleich am Eingang. So hielt sich niemand unerlaubt in der Fußgängerröhre im etwas versteckten Aufzugraum auf, um das Happening Revue passieren zu lassen. Als sich alle dort versammelt hatten kam Bionade, Augustiner und mobile Musik mit dem Aufzug angerauscht. Nach 20 Minuten forderten uns die Herren in den orangenen Blazern freundlich dazu auf doch wieder hinaus in die Nacht zu schwärmen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Mitspielern die mitgemacht, mitgetwittert und mitgeschwärmt haben. Ihr seid der Schwarm! Das Projekt ist ein Experiment und die Happenings sollen in den nächsten Wochen immer komplexer werden. Wir lernen jeden Tag Neues über die Dynamik von Schwärmen, Flashmobs und den Umgang mit Twitter und Blogs. Wir freuen uns darauf mit Euch zu diskutieren. Wenn ihr uns helft aus unseren Fehlern zu lernen, werden die nächsten drei Happenings von Mal zu Mal besser und spannender. Für den Schwarm genauso wie für unser aller Publikum, die Münchner Spaziergänger.

Dazu haben wir den offenen Blog www.urbanaut.org gegründet. Jeder ist eingeladen seine Erfahrungen und Kritik durch Kommentare und als Autor einzubringen. Oder per Email an spielart@die-urbanauten.de.

Zum weiterlesen empfehlen wir den Artikel „Mitten im Schwarm“ von Eva Schulz auf jetzt.de, der seit heut nachmittag freigeschaltet ist.

Es gibt auch schon die ersten Videomitschnitte. Wir habe natürlich auch gefilmt. Den Film gibt es in Kürze hier auf dem Blog.

Bis dahin schon mal für Euch:

- Ein Beitrag des Bayerischen Fernsehens

- Ein Interview mit Charlie Todd bei on3radio

- Ein einminütiger Film und Bilder von münchen.tv

- Ein Video auf Radio Energy

- Ein Mini-Film von der Abschluss Sause in der U-Bahn auf youtube

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Reader Comments (2)

Warum hab ich 5 Euro bezahlt und keine einzige Nachricht bekommen per sms?????????????????Das ist Betrug.

November 5, 2009 | Unregistered CommenterBaby S.

@ Baby S.
Es tut uns wirklich sehr leid, wenn Du keine SMS bekommen hast. Wir versuchen gerade zu ergründen woran das liegt. Natürlich bekommst Du Dein Geld zurück. Bitte schick uns doch eine E-Mail an b.david@die-urbanauten.de mit Deiner Handynummer und Kontoverbindung. Es liegt aber weniger an uns als an Eurem Handybetreiber und dem jeweiligen Vertrag den Ihr habt. Trotzdem tut es uns natürlich leid.

Bei jedem sind die verschlungenen Datenwege anders. Hilfreich wäre auch, wenn Ihr uns Euren Handybetreiber und die Vertragsart dazuschreibt, dann können wir mit denen reden, damit das in Zukunft nicht mehr passiert.

November 5, 2009 | Unregistered CommenterUlrike Bührlen

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