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Lehrstuhl für Raumgestaltung
Akademie der Bildenden Künste
München

 

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schwarm 03 (3.12.2009) - Ein Rückblick

Bald gibt's hier auch den offiziellen Doku-Film zu schwarm 03

Das war er also der fulminante Abschluss der Happening Reihe „Moment of Starlings“ der urbanauten im Rahmen des Spielart Festivals mit ca. 300 Mitspielern. Zum vierten Mal durchstreifte der Schwarm Münchens Raum der Ströme und Raum der Normen. Der Klassiker zum Abschluss: der Hauptbahnhof.

Schwarm formiert sich im Hauptbahnhof

Los gings aber erst einmal vor der Oper um nicht sofort die grauen Männer des Systems in Alarmbereitschaft zu versetzen. Nach einer kurzen herzlich Willkommen im Wintergarten des Residenztheaters (Vielen Dank für die Gastfreundschaft) schwärmten alle Mitspieler auf die Straße um noch die Tram 19 Richtung Pasing zu erwischen. Gerade so quetschen sich alle rein, nur Kameraman Tom blieb draußen, der alles direkt von der Straße ins Internet auf die Seite www.peoplezapping.com übertrug. Vobeischauen lohnt sich, München852 überträgt dort immer spannende Live-Interviews, Lesungen, Kunst etc...

Tram gekapert

In der Straßenbahn machte der Schwarm eine Menge Vorschläge, welche an die anderen Mitspieler über die geheime Schwarm-Relais-Station weitergeleitet wurden. Bahn proppevoll:

Als nächstes gabs ein Gruppenphoto vor dem Hauptbahnhof bevor der Schwarm in den Karstadt-Hertie flatterte um dort in sinnloser aber vergnüglicherweise die Rolltreppen in entgegengesetzter Richtung bis in den vierten Stock hoch zu joggen. Der Sicherheitsdienst konnte den Fitnessdrang nicht aufhalten, wurden stattdessen gekonnt umschwärmt. Alle kamen nach teils erheblichen Mühen im 4. Stock an, wo's Applaus von den wartende Kollegen gab. Die nächste SMS lautete:

Im Hauptbahnhof angekommen versteckten sich alle mucksmäuschenstill zwischen den Schließfächern bis ein einzelnes Handy klingelte... und machten sich auf, Rosen aus Schließfach Nr.  zu befreien. Damit wurden dann verdächtige Mitspieler aus den Reihen der grün-weißen Faschingstruppen im Schwarm entlarvt. Einzig die, die wirklich was zu verbergen hatten durften leider keine Rosen annehmen - aus dienstlichen Gründen. War aber nicht schlimm, weil sich der Schwarm mit den restlichen Rosen immer wieder bei freundlichen Mitstreitern bedanken konnte. So dankten die Mitspieler den netten Taxifahrern, die extra für sie im Kreis schwärmten, nachdem sämtliche Schwarmmitglieder kurzfristig alle Taxis vor dem Hauptbahnhof besetzt hatten. Taxischwarm:

Auch Portier und Assistent des Sofitels am Hauptbahnhof ernteten Dank und Rosen. Schließlich öffnete er dem Schwarm die Nebenttüren, nachdem die Drehtür gesperrt worden war. Der Schwarm strömte ungehindert durch die verdutzte Hotellobby, um im düsteren, verglasten Ballsaal mit 300 mitgebrachten Blitzlichtkameras den „FlashFlashMob" zu zelebrieren. Nette Portières haben sich Rosen verdient:

 

Anders als im Karstadt versuchte der Sicherheitsdienst des Hotels nicht die Leute am Verlassen des Hotels zu hindern, sondern betrachtete sich erstmal in Ruhe die Situation... Mitspieler Sebastian hörte jedoch am Funk: "Wir können alle Türen zu machen und die Polizei rufen...". Da packte Kameramann Tom die nackte Angst! Er schlich so unauffällig wie möglich an der Rezeption vorbei nach draußen, aber seht selbst. Geheimagent Tom:

Gleich darauf war der Schwarm schon wieder unterwegs nach draußen und schwärmte Richtung Gleis Nr. 20. „NASE PLATT DRÜCKEN“ wurde vorgeschlagen und die Reisenden in den Zügen verstanden nicht mehr so ganz, was da mit ihnen passierte. Nase Platt:

Zum Schluss gabs noch einen ENDSPURT zum Starnberger Flügelbahnhof, über einen etwas ungewöhnlichen Eingang in das etwas ungewöhnliche Kinder- und Jugendmuseeum über der alten Schalterhalle...

Die letzte SMS war eher ironischer Art:

Da sich der Schwarm dieses Mal mit Videokameras, Sicherheitsdiensten und Überwachung im öffentlichen Raum beschäftigte, wollten wir unser Mitspieler erinnern sich neugierig und mit offenen Augen durch die Stadt zu bewegen. Warum also nicht gleich die Handynummern der Mitspieler an die Firma „Jamba“ und ihre beliebten Klingeltonabos verkaufen? Ist ja alles ganz freiwillig, Abbestellung jederzeit möglich mit einer SMS an die Ziffernreihenfolge Deiner Kontonummer. Mit der Gebühr von 1984 cent schickt man auch gleichzeitig eine Hommage an Georg Orwells „Big Brother“.

So erreichte uns heute auf unserem Anrufbeantworter eine nette Nachricht vom Bayerischen Rundfunk, dessen Reporterin lieber doch kein Abo hätte. ;-) Nix für Ungut, danke fürs mitspielen und bitte nicht alles glauben was einem die Medien andrehen wollen...

Jamba nervt micht - Anrufbeantworter

So hat Tanja in ihrem wöchentlichen Podcast "Tanjas Welt" auf Bayern1 als "embedded journalistin" ausführlich über schwarm 03 berichtet.

 

Weitere Dokumente über den letzten Schwarm gibt's hier:

on3-radio über Schwarm 3 (Radiobericht, Videos)

Radiobericht von M94,5

Film von Radio Charivari 95,5

Vielen Dank allen Mitspielern, Helfern und Unterstützern. Ihr wart einfach toll!

Eure urbanauten

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Reader Comments (1)

Mit einem Stöpsel im Ohr bekommt man ja nicht immer alles mit, eher gefiltert, aber grandios war die Schwarmdynamik, die sich da tatsächlich entwickelt hat. Das Summen nach ewiger Stille an den Schließfächern, ein Lied nach dem anderen in der Tram, das Hüpfen in langer Schlange, die La Ola am Zug! Irgendwie waren wir - mit den Stöpseln im Ohr - plötzlich nicht mehr am Spielrand, sondern mittendrin. Gutes Ding!

Mein absoluter Favorit: die Taxifahrt! Danke an die Taxifahrer! Ihr ward wirklich genial!

Danke an alle sowieso!

December 4, 2009 | Unregistered CommenterAnja

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